Evangelische Stiftskirche Stuttgart

Mitten im Leben

Ganz persönliche Gedanken zur Jahreslosung von Cornelia Götz (Mai 2020)

Der Glaube ist

....ein angefochtenes Gut

Ein Besuch bei einem Kranken liegt mir auf der Seele: viele Jahre Kampf gegen eine üble Form des Krebses, unzählige Operationen, lebenseinschränkende Konsequenzen, die das Äußerste abfordern. Ein schwerer Besuch. Wie wird und kann sich das Begegnen gestalten? Mit solchen Gedanken mache ich mich auf den Weg...

Wir sitzen im Wohnzimmer; der fremde Schmerz wird zum eigenen und die Worte bleiben im Hals stecken. Plötzlich öffnet der Kranke die Tür zu seinem Schlafzimmer und bittet mich, kurz herein zu kommen. Er weist auf ein Kruzifix, das an der Wand hängt. „Jeden Morgen“, sagt mein Gegenüber, „sehe ich beim Aufwachen Jesus am Kreuz. Ich verzweifle oft; kann ich IHM noch vertrauen? Aber mein Blick fällt unweigerlich auf dieses Kreuz; ich kann und werde dieses Kreuz, an dem Jesus litt, nicht abhängen; es gehört zu meinem Leben.“ Ich gehe anders als ich gekommen bin, nachdenklich, mit neuer Hoffnung. Angefochtener Glaube – und doch ..... !

... ein Anker der hält

Durchkreuzte Lebenswege – Türen, die ich offen wünschte blieben verschlossen; Arbeitsstellen, die ich aussuchte, wurden verwehrt; Herausforderungen, die sich mir stellten, umringten mich wie Riesen. Tief Luft holen und irgendwie durch und weiter? Hat Gott einen Plan? Trägt das Vertrauen auf ihn? Das Herz verzagt, die nächsten Schritte im Dunkel und ungewiss. Ringen mit Gott, vielleicht ähnlich wie Jakob am Fluss Jabbok, und dann immer wieder das Wunder, das ich erleben durfte: ein geschenktes Gotteswort, innerer Friede, der einkehrte und mich aus tiefstem Herzen singen ließ: „... ER sitzt im Regimente und führet alles wohl!“ Der Glaube, ein Anker der hält!

... eine göttliche Gabe

Mit welchem Vorrecht bin ich begnadet, mich immer wieder vertrauensvoll in die Arme Gottes flüchten zu können? Jesu Worte fallen mir ein, die er einst zu Petrus sagte: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“ und ein Zuspruch, den Jochen Klepper in wunderbare Liedworte gefasst hat „Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin, und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin“. Gottes Wort hineingesprochen in mein Leben – liebevoller und persönlicher kaum zu denken – eine Gottesgabe und Geschenk! Die offenen Arme Gottes, sein ganzes >Ja< das in Jesus Christus sichtbar und erfahrbar wird, ist der Grund und Fels des Glaubens!

Deshalb: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.“

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