Evangelische Stiftskirche Stuttgart

Mitten im Leben

Aus dem Tagebuch der Citydiakonin Cornelia Götz

Citydiakonin Cornelia Götz
Citydiakonin Cornelia Götz

Es ist Mittwoch; die Glocken der Hospitalkirche rufen zum Morgengebet. Den Tag aus Gottes Hand empfangen, das ist gut! Das Büro ist nicht weit. Am Morgen klingelt in aller Regel auch nicht gleich das Telefon; Zeit also, das Friedensgebet vorzubereiten, zu dem um 12.15 Uhr die Stiftsglocken einladen. 

Das Telefon klingelt – Not am anderen Ende – ein Mensch, den ich von der Vesperkirche her kenne, sieht nicht mehr über seinen Sorgenberg hinaus. Ich höre zu. Einfach sagen dürfen, was so drückt, das tut gut, höre ich vom anderen Ende der Leitung. Der nächste Schritt, so klein er auch sein mag, konnte besprochen werden – ein Fünkchen Hoffnung ist zu spüren - ich bin dankbar.

Mails warten auf ihre Bearbeitung. Eigentlich steht mittwochs immer der gemeinsame Konfirmandenunterricht unserer Citygemeinden auf meinem Programm, da aber erst nächste Woche die Anmeldung der Neuen stattfindet, möchte ich heute als größeres Projekt die Jahresplanung für den neuen Konfirmandenjahrgang fertig stellen. Ein Blick auf die Uhr – jetzt aber los, damit ich rechtzeitig in der Stiftskirche ankomme.

Ich blättere die Programmvorlage hierfür durch – für das nächste Quartal müssen die Länder und Texte zusammengestellt werden, damit die Mitarbeiter die nötigen Grundlagen für die kommenden Friedensgebete zur Hand haben.

Konfirmation 048 mitCornelia GoetzZum Friedensgebet begrüße ich die Menschen, die in die Stiftskirche kommen, gerne persönlich, um dabei Gesangbuch und Liturgieblatt zu überreichen. Das verschafft auch mir die Zeit, aus der nötigen inneren Ruhe heraus das Friedensgebet leiten zu können. Danach ein Schwätzchen mit den Mitarbeitern am Infostand und bei der Kirchenwacht, für deren Begleitung und Schulung ich mit verantwortlich bin. Es ist Freude für mich, sie zu sehen; noch schöner, wenn ich erfahre, dass es ihnen gut geht und der Dienst Freude macht. Mittagspause.

Am Nachmittag ist Besuch aus Birkach angesagt. Für die kommende Synode sind Herr J. und ich angefragt, zum Thema „Kirche – mehr als Gebäude: Verkündigung durch Raum, Bild und Wort“ unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit unterschiedlichen Formaten und Aktionen geöffneter Kirchenräume vorzustellen. Unsere „offenen Stiftsnächte“, spezielle Kirchenführungen und die Erfahrungen, mit Kindern Kirche zu erleben, sind hierfür passendes Anschauungsmaterial. Wir planen und sprechen uns ab und ich mache mich gleich ans Werk, die Präsentation zu erstellen.

Es klopft an der Türe, eine Mitarbeiterin ist unterwegs und besucht mich spontan – Lichtmomente besonderer Art! Manchmal – nicht geplant. Heute wiederholt sich dies sogar! Die Glocken zum Kurzgottesdienst läuten. Dass hierfür der Monatsplan vorliegt und gefüllt ist, gehört zu meinen Aufgaben. Heute predigt ein Pfarrer; morgen steht mein Name im Kalender. Zur Vorbereitung der Kurzpredigt hilft mir frische Luft; oft werden morgens beim Joggen in der Stille des Waldes Worte der Bibel „lebendig“ und bilden die Samenkörner für die Kurzpredigt.

Für heute geht es intensiver Bürotag zu Ende. Ich mache mich auf den Weg nach Hause. Dankbar, für alle Kraft und Freude, die ich als großes Geschenk aus Gottes Hand empfange. Der morgige Tag wird ganz anders aussehen: Krankenhausbesuch, Dienstbesprechung und Vorbereitung der Sommerakademie stehen dann auf dem Programm. Die Vielfalt der Aufgaben, seien es Seelsorge, Mitarbeitertreffen und -fortbildungen, Vorbereitungen für die unterschiedlichen Angebote unserer Citykirchen und auf ökumenischer Ebene, Mitarbeit und Aktionen in der Vesperkirche – all dies und vieles mehr macht meinen Berufsalltag spannend. Ohne Berufung wäre dies für mich nicht denkbar.

Gemeindebrief

Den aktuellen Gemeindebrief der Stiftsgemeinde Stuttgart ansehen oder herunterladen (PDF-Datei).
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